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Marienstraße
Die Mitgift von 100.000 Goldmark der Frau des Brauereibesitzers Detlev Hinselmann, Marie, geb. Harms, finanzierte 1897 die Erschließung und aufwendige Pflasterung der nach ihr benannten Straße. Wer dort bauen durfte, entschied Detlev Hinselmann als Besitzer dieser Wiesen im Osten der Stadt. So entstand ein ausgezeichnetes Architektur-Ensemble mit Villen der Architekten Hans Roß und Paul Reese.
Das Haus Nr. 22 wurde 1913 gleichzeitig mit der Anscharkirche erbaut und war wohl das aufwendigste Privatbauwerk jener Zeit.
Die Frau des Bauherrn Friedrich Eilers war Anhängerin der Reformbewegung, kochte selbst und sparte Personal. Darum ließ sie die Küche nicht - wie in Herrschaftshäusern üblich - im Souterrain unterbringen, sondern im Erdgeschoß.
Der Bildhauer Hermann Feuerhahn, Berlin, schuf die Terrakotta-Reliefs.
Mit diesem Bau wurde in Neumünster der rote Ziegelbau mit Handstricksteinen aus Boostedter Ziegeleien salonfähig, der zuvor - verglichen mit anderen Fabrikantenvillen - als primitiv angesehen wurde.
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